Heute habe ich so ganz nebenbei erfahren dass ich gestern meine 1000ste positive Bewertung bei eBay bekommen habe. Ja wie geil ist das denn!
Nachdem ich eigentlich schon Weihnachten 2004 ziemlich grosskotzig die Werbetrommel für eine riesen Party zu diesem Event für Anfang 2005 gerührt hatte, blieb diese aber aufgrund der im letzten Jahr anscheinend allgemein um sich greifenden Bewertungsunlust der Ersteigerer auf der Strecke.
Kurzzeitig konnte ich mich im Verlauf des letzen Jahres noch an Zahlen wie 911, 924 und 944 erfreuen um mich dann aber ziemlich resigniert wieder den wichtigen Dingen des Lebens zu widmen.
Nebenbei habe ich natürlich immernoch hinundwieder die ein oder andere Rarität versteigert, wie z.B. meinen alten Roland SH 2. Diese Auktion erwies sich dann aber auch wie erwartet als ein absolutes Highlight. Witzigerweise ist mir jetzt gerade sowohl der Name des Ersteigerers, als auch der seiner Combo, mit der er schon einige goldene Scheiben erklimpert hat, entfallen, tztztz. Egal
Historie:
Laut eBay bin ich seit 01.04.1999 Mitglied in dem Verein, was allerdings garnicht sein kann, da ich mehrere Leute kenne, die das gleiche Datum da stehen haben.
Fakt ist, das denen mal irgendwann ihre komplette Userdatenbank abgeraucht ist, und daher blablabla.
Als absoluter Flohmarktfan und damals noch totaler Internethasser, fing das ganze eher als Gag an, da ich mir nicht vorstellen konnte das irgendjemand gebrauchte Sachen im Internet nur aufgrund einer kurzen Beschreibung und eines Fotos ersteigert.
Da mein alter Mac in keinster Weise internettauglich war, habe ich mir einen aufgemotzen 386er und ein Modem geliehen und meine ersten Auktionen mit eingescannten und mitunter ziemlich unscharfen Polaroidbildern versehen. Was soll ich sagen, die “Haufen” gingen weg als wärs Gold — ich hatte Blut geleckt.
Jeder weiss das Polaroidfilme schon Anfang der 90er ziemlich teuer waren, also hab ich mir eine Digitalkamera ausgeliehen (ein damals sauteures Dingen mit lediglich einem Knopf, dem Auslöser), die Bilder die da rauskamen hab ich noch ein bischen unschärfer gemacht und in einen Polaroidrahmen eingebaut.
Jetzt ging die Chose los! Als eine Snare (Trommel) mit Ständer und Sticks aus dem Keller meiner Eltern für mehr als das doppelte wegging als ich dafür bezahlt hatte und mir der Typ bei der Post mittlerweile schon Tipps für das Versenden meiner Pakete gab, wurde in mir neben schönen Frauen, schnellen Autos, Zigaretten und Alkohol eine neue Sucht entfacht — eBay.
Durch eine Flohmarktbekanntschaft fielen mir die Spielzeugkisten auf dem Dachboden meiner Eltern wieder ein, und mit Sekundärliteratur über Ü-Eier Figuren aus dem (man lese und staune) Stern-Verlag mauserte ich mich innerhalb weniger Wochen zu einem Kenner der Szene und bediente die internationale Nachfrage aus einem nahezu unerschöpflichen Schatz.
Spätestens jetzt war der Knoten geplatzt und als die eigenen Quellen zu versiegen drohten, mittlerweile konnte ich durch diese Einnahmequelle meine monatlichen Ausgaben locker begleichen, musste neue Ware her.
Durch einen Google Zufall wurde ich quasi übernacht Besitzer mehrerer Paletten mit Relikten aus den 70ern — originalverpackte BigJim Figuren, Accessoires und Muplet Super8 Projektoren von 1974. Teilweise Dinge die ich mir in Kindertagen unter dem Weihnachtsbaum gewünscht hätte, hatte ich plötzlich vor mir aufgetürmt als wäre die Zeit stehen geblieben.
Jetzt fing der Wahnsinn eBay erst richtig an, das Zeug wurde zu Höchstpreisen in die ganze Welt verhöckert, der marode goldene Capri gegen einen Saab 900 Turbo eingetauscht (weil da passte natürlich viel mehr Ware rein, ne is klar) undsoweiterundsofort.
Doch dann kam der EURO.
Seit dem ist alles anders, echt — ich schwöre!!!
PROST
(Warum mich der Rumäne negativ bewertet hat und ich wegen einiger Waffen- und Pornoauktionen fast bei eBay rausgeflogen wäre, erzähle ich ein anderes Mal.)
